MQA erklärt: Der umstrittene Codec, der Audiophile spaltete

MQA ist ein Audio-Codec, der Hi-Res-Audio in kleine Dateien faltet. Erfahre, wie er funktioniert, die Kontroverse darum und wie seine Zukunft aussieht.

Was ist MQA?

MQA – kurz für Master Quality Authenticated – ist ein Audio-Codec und eine Technologieplattform, die vom britischen Unternehmen MQA Ltd. entwickelt wurde. MQA wurde entwickelt, um ein spezifisches Problem zu lösen: Wie man Hi-Res-Audio-Dateien liefert, die klein genug zum effizienten Streamen sind und dabei die Qualität der ursprünglichen Studio-Master-Aufnahme bewahren.

MQAs charakteristische Innovation ist ein Prozess, der als „Audio-Origami" oder „Falten" bezeichnet wird. Er nimmt eine hochauflösende Audiodatei (etwa 24-Bit/192 kHz) und faltet die erweiterten Hochfrequenzdaten in den Rauschpegel einer Datei, die ungefähr die Größe einer Standard-CD-qualitäts-FLAC-Datei hat. Ein kompatibler Decoder entfaltet dann die Daten, um das vollständige Hi-Res-Signal zu rekonstruieren.

MQA hat enormous Interesse und enormous Kontroverse in der Audiowelt generiert. Das Unternehmen hinter MQA ist 2023 in die Insolvenz gegangen, und die Zukunft des Formats ist seitdem ungewiss – es bleibt aber in vielen Geräten und Streaming-Katalogen vorhanden.

Im Detail

Das Problem, das MQA zu lösen versuchte

Eine Standard-CD-Qualitäts-Spur (16-Bit/44,1-kHz-FLAC) ist etwa 30–40 MB für einen typischen Song. Eine 24-Bit/192-kHz-Hi-Res-Version kann 150–200 MB sein. MQAs Angebot war, Studio-Master-Qualität in einer Datei von ungefähr der Größe einer CD-Qualitäts-FLAC zu liefern.

Wie MQA-Falten funktioniert

Stufe 1: Analyse und Authentifizierung. Der MQA-Encoder analysiert die ursprüngliche Studio-Master-Datei und erstellt einen „Fingerabdruck" ihrer Herkunft.

Stufe 2: Falten. Der Encoder nimmt die Hochfrequenzdaten über den CD-Qualitätsbereich hinaus und „faltet" sie in die niedrigsignifikanten Bits des Audiosignals.

Stufe 3: Lieferung. Die gefaltete MQA-Datei wird als Standard-FLAC-Datei verbreitet.

MQA-Dekodierung: Die drei Wiedergabeszenarien

Kein MQA-Decoder. Die Datei wird als Standard-16-Bit- oder 24-Bit-FLAC abgespielt.

Software-Dekodierung (erste Entfaltung). Eine MQA-kompatible Software führt die „erste Entfaltung" durch und liefert ein Signal bei bis zu 88,2 oder 96 kHz.

Volle Hardware-Dekodierung. Ein MQA-kompatibler DAC führt die vollständige Entfaltung durch und rekonstruiert die ursprüngliche Abtastrate (bis zu 384 kHz).

Die Kontroverse

Es ist verlustbehaftet. Unabhängige Analysen zeigten, dass MQA-Kodierung nicht verlustfrei ist. Die Entfaltungsausgabe entspricht nicht Bit für Bit dem ursprünglichen Master. Für eine Audiophilen-Community, die Transparenz und messbare Genauigkeit schätzt, war „verlustbehaftet, aber wahrnehmungsmäßig gut" ein schwieriges Argument.

Lizenzierungskosten erhöhen Hardware-Preise. Hardwarehersteller mussten Lizenzgebühren zahlen, um MQA-Dekodierung in ihre DACs aufzunehmen. Diese Kosten wurden an die Verbraucher weitergegeben.

Es verkomplizierte die Streaming-Landschaft. Tidal, der primäre Streaming-Dienst, der MQA umarmte, verwendete das Format für sein Hi-Res-„Master"-Tier. Das schuf Verwirrung.

MQAs Beziehung zu Tidal

MQA’s sichtbarste Verbraucherpräsenz war durch Tidals Streaming-Dienst. In einem bedeutenden Wandel hat Tidal ab 2023 MQA aufgegeben und auf Standard-FLAC-verlustfrei und Hi-Res-FLAC umgestellt.

MQA Ltd.’s finanzielle Probleme

2023 ging MQA Ltd. in die Verwaltung (eine Form des Insolvenzverfahrens im Vereinigten Königreich). Die Vermögenswerte und Technologie des Unternehmens wurden anschließend erworben, und die langfristige Zukunft des Formats blieb ungewiss.

So wählst du richtig

1. Kenne, was du bereits hast. Wenn du einen MQA-kompatiblen DAC besitzt und von einem Dienst streamst, der noch MQA-Inhalte anbietet, kannst du damit fortfahren.

2. Priorisiere für Neukäufe offene Standards. Die Branche hat sich klar zu Standard-verlustfreiem FLAC und Hi-Res-FLAC als bevorzugten Lieferformaten bewegt. Diese sind offen, nicht-proprietär, bit-perfekt und von jedem großen Streaming-Dienst und Hardwarehersteller unterstützt.

3. Konzentriere dich auf die Musik, nicht auf die Formatkriege. Die Qualitätsunterschiede zwischen MQA bei voller Dekodierung, Hi-Res-FLAC und sogar gut kodiertem Standard-FLAC sind kleiner, als Audiophilen-Foren vermuten lassen könnten.

Fazit

MQA war ein ehrgeiziger Versuch, das Hi-Res-Streaming-Problem mit einer cleveren Kompressionstechnik zu lösen. Es half, die Branche voranzutreiben und Hi-Res-Bewusstsein ins Mainstream-Streaming zu bringen. Aber seine proprietäre Natur, verlustbehaftete Kodierung, Lizenzierungskosten und der finanzielle Zusammenbruch von MQA Ltd. haben es in eine ungewisse Position gebracht. Die Audiowelt ist weitgehend zu Standard-verlustfreiem und Hi-Res-FLAC übergegangen. Wenn du bereits MQA-kompatibles Gerät hast, funktioniert es und klingt gut. Wenn du ein neues System aufbaust, sind ein großartiger DAC, großartige Kopfhörer und ein verlustfreies Streaming-Abonnement die bessere Investition.