DisplayPort erklärt: Der PC-Monitor-Kabelstandard

DisplayPort ist eine hochbandbreitige Videoschnittstelle für PC-Monitore. Lerne, wie er sich von HDMI unterscheidet und welche Version du für dein Setup brauchst.

Was ist DisplayPort?

DisplayPort (DP) ist ein digitaler Display-Schnittstellenstandard, der von VESA (Video Electronics Standards Association) primär für die Verbindung von PCs und Laptops mit Monitoren entwickelt wurde. Er überträgt Video, Audio und Daten über ein einziges Kabel und ist die Schnittstelle der Wahl für PC-Gamer, Content Creator und Multi-Monitor-Setups. Hat der Monitor einen DisplayPort-Eingang und der PC einen DisplayPort-Ausgang, ist das fast immer das beste Kabel.

Während HDMI im TV- und Consumer-Electronics-Bereich dominiert, hat DisplayPort sich im PC-Bereich etabliert: durch durchgehend höhere Bandbreite, bessere Multi-Monitor-Unterstützung und PC-spezifische Features wie variable Bildwiederholraten (FreeSync und G-SYNC) und Daisy-Chaining mehrerer Monitore von einem einzigen Ausgang.

Im Detail

DisplayPort-Versionen auf einen Blick

Version Max. Bandbreite Max. Auflösung / Bildwiederholrate Erscheinungsjahr
DP 1.2 17,28 Gbps 4K @ 60 Hz 2010
DP 1.4 25,92 Gbps (32,40 Gbps mit DSC) 4K @ 120 Hz, 8K @ 30 Hz 2016
DP 2.0 77,37 Gbps 4K @ 240 Hz, 8K @ 60 Hz, 16K @ 60 Hz (mit DSC) 2019 (Spec)
DP 2.1 77,37 Gbps (gleiche Bandbreite, verfeinerter Spec) Wie DP 2.0 mit verbesserten Kabelanforderungen 2022

DP 1.4 ist derzeit die häufigste Version an Monitoren und Grafikkarten. DP 2.0/2.1 beginnt bei neueren High-End-Monitoren und GPUs zu erscheinen.

DisplayPort vs. HDMI: Wann was verwenden

Beide übertragen Video und Audio, sind aber für unterschiedliche Zwecke optimiert:

Merkmal DisplayPort 1.4 HDMI 2.1
Max. Bandbreite 25,92 Gbps (32,40 mit DSC) 42,67 Gbps (48 Gbps roh)
4K @ 120 Hz Ja (mit DSC für HDR) Ja (nativ)
Adaptive Sync FreeSync und G-SYNC (native Unterstützung) VRR (unterstützt, aber Implementierung variiert)
Multi-Monitor-Daisy-Chain Ja Nein
Audio (ARC/eARC) Nein Ja
Verbreitet bei PC-Monitore, GPUs, Laptops TVs, Konsolen, Mediengeräte

Als Faustregel: DisplayPort für PC-Monitor-Verbindungen, HDMI für TVs und Konsolen-Gaming.

Display Stream Compression (DSC)

DSC ist eine „visuell verlustfreie" Kompressionstechnologie, die die effektive Bandbreite eines Kabels erhöht. DP 1.4 mit DSC kann 4K bei 144 Hz mit HDR betreiben – eine Kombination, die sonst die Rohbandbreite übersteigen würde. Moderne Monitore und GPUs unterstützen DSC transparent; nichts muss manuell aktiviert werden.

Adaptive Sync: FreeSync und G-SYNC

Einer der größten Vorteile von DisplayPort ist die native Unterstützung für Adaptive-Sync-Technologien. Sie synchronisieren die Bildwiederholrate des Monitors mit der Frame-Ausgabe der GPU:

  • AMD FreeSync: Basiert auf VESAs Adaptive-Sync-Standard, Teil der DisplayPort-Spezifikation. Jeder FreeSync-Monitor funktioniert über DisplayPort ohne Lizenzgebühren.
  • NVIDIA G-SYNC Compatible: NVIDIAs Treiber unterstützt jetzt FreeSync-Monitore über DisplayPort.

Über HDMI ist Adaptive-Sync-Unterstützung weniger konsistent. Einige Monitore unterstützen variable Bildwiederholraten nur am DisplayPort-Eingang. Immer die Spezifikationen des jeweiligen Modells prüfen.

Daisy-Chaining von Monitoren

DisplayPort unterstützt Multi-Stream Transport (MST), was ermöglicht, mehrere Monitore in einer Kette von einem einzigen DisplayPort-Ausgang zu verbinden. Monitor A an die GPU, Monitor B an Monitor A. Ideal für Multi-Monitor-Workstations mit begrenzten GPU-Anschlüssen.

Anforderungen: Die Monitore in der Kette (außer dem letzten) müssen sowohl einen DisplayPort-Eingang als auch einen -Ausgang haben.

DisplayPort über USB-C

Der DisplayPort Alt Mode erlaubt, DisplayPort-Signale über USB-C- oder Thunderbolt-Kabel zu übertragen. So steuern moderne Laptops externe Monitore über ihre USB-C-Anschlüsse ohne eigene DisplayPort-Buchse.

Thunderbolt 3 und 4 unterstützen DP 1.4 Alt Mode. Thunderbolt 5 unterstützt DP 2.1, was deutlich höhere Auflösungen und Bildwiederholraten über ein USB-C-Kabel ermöglicht.

Die Steckertypen

DisplayPort kommt in zwei physischen Steckergrößen:

  • Vollständiger DisplayPort: Der Standard-Rechteckstecker mit Sicherungsclip. Am häufigsten an Desktop-GPUs und Monitoren.
  • Mini DisplayPort (mDP): Eine kleinere Version an einigen Laptops, kompakten GPUs und älteren Mac-Modellen. Elektrisch identisch mit dem Vollstecker.

Adapter zwischen mini und voll sind einfache passive Kabel.

Kabelqualität und Länge

DisplayPort-Kabel sind unkomplizierter als HDMI-Kabel:

Kabelzertifizierung Max. Bandbreite Unterstützter Standard
DP8K (UHBR) 77,37 Gbps DP 2.0/2.1
HBR3 32,40 Gbps DP 1.4
HBR2 21,60 Gbps DP 1.2

Für die meisten aktuellen Setups (DP 1.4) funktioniert jedes HBR3-zertifizierte Kabel bis 2–3 Meter zuverlässig. Für längere Strecken können aktive Kabel oder Glasfaser-DisplayPort-Kabel nötig sein.

Entscheidungshilfe

1. DisplayPort für PC-Monitore wann immer möglich verwenden

Wenn GPU und Monitor beide DisplayPort haben, verwenden. Native Adaptive-Sync-Unterstützung, beste Kompatibilität mit FreeSync und G-SYNC, Daisy-Chain-Fähigkeit. Nur zu HDMI wechseln, wenn ein TV angeschlossen wird, Konsolen genutzt werden oder DisplayPort an einer Seite nicht verfügbar ist.

2. Version an die Monitor-Fähigkeiten anpassen

DP 1.4 ist ausreichend für 4K bis 120–144 Hz (mit DSC). Für nächste Generation von Hochfrequenz-Monitoren (4K @ 240 Hz) oder 8K-Displays wird DP 2.0/2.1 an GPU und Monitor benötigt.

3. Zertifizierte Kabel in der richtigen Länge kaufen

Für DP 1.4 ist ein HBR3-zertifiziertes Kabel unter 3 Metern unkompliziert und günstig. Keine längeren Kabel kaufen als nötig und VESA-zertifizierte Produkte bevorzugen.

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Fazit

DisplayPort ist die erste Wahl für PC-Monitor-Verbindungen: native Adaptive-Sync-Unterstützung, Multi-Monitor-Daisy-Chaining und – mit DP 2.0/2.1 – enorme Bandbreite für nächste Display-Generation. Für jeden Desktop- oder Laptop-zu-Monitor-Anschluss sollte er HDMI vorgezogen werden. Version an die Hardware anpassen, ein ordentlich zertifiziertes Kabel kaufen – und das Beste aus dem eigenen Display herausholen.