Akku-Kapazität (mAh) erklärt: Was die Zahlen wirklich bedeuten

Die Akku-Kapazität in mAh gibt an, wie viel Energie ein Akku speichert – aber das ist nicht die ganze Geschichte. mAh, Wh und Akkuvergleiche erklärt.

Was ist Akku-Kapazität (mAh)?

Die Akkukapazität, gemessen in Milliamperestunden (mAh), gibt an, wie viel elektrische Ladung ein Akku speichern kann. Je höher der mAh-Wert, desto mehr Energie hält der Akku und – bei sonst gleichen Bedingungen – desto länger hält er vor einem erneuten Aufladen durch. Sie ist die Hauptkenngröße für den Vergleich von Smartphone-Akkus und mobilen Ladegeräten.

mAh allein erzählt jedoch nicht die ganze Geschichte. Da es nur die Ladung misst ohne die Spannung zu berücksichtigen, erfordert der Vergleich von Akkus bei unterschiedlichen Spannungen eine andere Einheit: Wh (Wattstunden). Beide Einheiten zu verstehen ermöglicht fundierte Kaufentscheidungen.

Im Detail

Was mAh in der Praxis bedeutet

mAh steht für Milliamperestunden und gibt an, wie viele Milliampere Strom ein Akku eine Stunde lang liefern kann. Ein 5.000-mAh-Akku kann theoretisch 500 mA für 10 Stunden oder 1.000 mA für 5 Stunden liefern. Heutige Smartphones haben typischerweise Akkus zwischen 4.000 und 5.500 mAh, wobei größere Akkus in der Regel mit längerer Bildschirmnutzungszeit korrelieren – obwohl Software-Optimierung, Display-Typ und Chip-Effizienz ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen.

mAh vs. Wh: Warum es wichtig ist

Einheit Misst Formel
mAh Ladung (Strom × Zeit) Kapazität in Stromeinheiten
Wh Energie (Leistung × Zeit) mAh × Spannung / 1.000

Da mAh die Spannung ignoriert, können eine 10.000-mAh-Powerbank (typisch 3,7-V-Zellen) und ein 5.000-mAh-Smartphone-Akku (typisch 3,85 V) nicht einfach durch Division verglichen werden. Eine 10.000-mAh-Powerbank speichert 37 Wh (10.000 × 3,7 / 1.000), während der Smartphone-Akku 19,25 Wh (5.000 × 3,85 / 1.000) speichert. Wh ermöglicht einen echten Energievergleich. Portable Power Stations werden genau deshalb in Wh angegeben – sie versorgen Geräte bei vielen verschiedenen Spannungen.

Reale Ladeanzahl berechnen

Bei der Schätzung, wie oft eine Powerbank das Smartphone laden kann, muss der Wandlungswirkungsgrad berücksichtigt werden – typisch 70–85 % aufgrund von Wärmeverlusten bei der Spannungskonvertierung:

Beispiel: Eine 10.000-mAh / 37-Wh-Powerbank lädt ein 5.000-mAh / 19,25-Wh-Smartphone bei 80 % Wirkungsgrad: 37 × 0,80 / 19,25 ≈ 1,5 vollständige Ladungen. Der Headline-Wert „10.000 mAh" legt nahe, 2 Ladungen zu liefern – realworld-Physik reduziert diese Zahl jedoch.

Kaufberatung

1. Kapazität an den eigenen Bedarf anpassen

Für tägliche Smartphone-Aufladungen ist eine Powerbank mit 2- bis 3-facher Smartphone-Akkukapazität ein guter Ausgangspunkt. Ein 5.000-mAh-Smartphone passt gut zu einer 10.000–15.000-mAh-Powerbank. Für mehrtägige Reisen oder Notfallvorsorge empfehlen sich 20.000 mAh oder mehr.

2. In Wh vergleichen, nicht nur in mAh

Beim Vergleich von Portable Power Stations oder Akkus verschiedener Gerätetypen ist Wh das präzisere Vergleichsmaß. Relevant ist es auch für Flugreisen: Fluggesellschaften erlauben Akkus bis 100 Wh in der Regel ohne Einschränkung und bis 160 Wh mit Genehmigung der Fluggesellschaft.

3. Ladegeschwindigkeit berücksichtigen

Ein Akku mit großer Kapazität braucht länger zum Aufladen. Powerbanks mit Unterstützung für PD-Laden oder Schnellladen – sowohl für Eingang (Powerbank aufladen) als auch Ausgang (Geräte laden) – sind zu bevorzugen. Die Eingangsleistung prüfen: Eine 20.000-mAh-Powerbank mit nur 10-W-Eingang braucht fast einen Tag zum Aufladen, während eine mit 30-W+-Eingang in wenigen Stunden fertig ist.

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Fazit

Die Akkukapazität in mAh ist die häufigste Kenngröße beim Kauf von Smartphones, Ohrhörern und Powerbanks – aber ein unvollständiges Maß für tatsächlich nutzbare Energie. Bei der Schätzung der Praxisleistung stets Spannung und Wandlungswirkungsgrad berücksichtigen und Wh für geräteübergreifende Vergleiche nutzen. Eine Kapazität wählen, die zum eigenen Tages- und Reisebedarf passt, und mit Schnellladeunterstützung kombinieren – so verbringt man weniger Zeit am Netzteil.